Smartes Business dank smarter Apps

07. September 2016 Digitalisierung Hendrik Lörsch (Saxonia Systems AG)


Geschäftsanwendungen unterscheiden sich stark von reinen Consumer getriebenen Applikationen. Stehen bei Software für B2C-Kunden eher Time to Market, Nutzererlebnis und Flexibilität im Vordergrund, liegen die Prioritäten im Geschäftskundenumfeld vorrangig auf Verlässlichkeit, Datensicherheit und Funktionsumfang. Dabei spiegeln sich diese Unterschiede sowohl in der Infrastruktur der Softwaresysteme, als auch in ihrer Bedienung wieder.

Stellen wir uns beispielsweise für eine Geschäftsanwendung den Geschäftsprozess des Ablesens von Stromzählern vor. Dabei nehmen wir an, dass der Ableser zunächst alle Objekte und ihre Zähler in Erfahrung bringen muss, bevor er diese anschließend abarbeiten und die Zählerstände in die zentrale Datenverarbeitung übertragen kann. Der Worstcase eines solchen Szenarios wäre der reine Stift- und Papierbetrieb. Bei diesem müsste der Ableser alle Daten aus einer Zählerverwaltung ausdrucken und die neu gewonnen Daten am Ende des Tages händisch in jenes System übertragen. Da durch die Medienbrüche von Software zu Papier und von Papier zurück zur Software fast unweigerlich irgendwann Eingabefehler entstehen, empfiehlt sich eine rein digitale Lösung bereits seit langem von selbst.

In diesem einfachen Szenario zeigen sich die zwei größten Problemausprägungen die sich in Geschäftsanwendungen tatsächlich finden lassen: Der „Monolith“ und das „Experten“problem. Als „Monolith“ kann eine Großanwendung verstanden werden, die von unterschiedlichsten Nutzergruppen verwendet wird und nur eingeschränkt auf deren tatsächliche Arbeitsabläufe angepasst ist. Er ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass er weit mehr Informationen bereitstellt und auch entgegennimmt, als seine Nutzer für ihre eigentliche Arbeit benötigen. Dieses Mehr an Informationen macht auch ein Mehr an Schulung notwendig, damit alle Nutzergruppen wissen, wie sie die Software bedienen müssen. Es sorgt aber auch zeitgleich für ein Mehr an Fehlermöglichkeiten, weil die Menge an möglichen Fehlerstellen unnötig groß ist.

Wann kann man bei einer Geschäftsanwendung ein „Experten“problem erkennen? Wenn es  wiederum keine dedizierte Software für einen, sondern meist gleich mehrere Prozesse gibt, die ihrerseits jeweils Monolithen sein können. In diesem Fall ist der Nutzer mit konstanten Medienbrüchen beschäftigt, da er Daten aus einem System in ein anderes übertragen muss. Es geht viel Arbeitszeit durch die Konvertierung von Daten an den Systemgrenzen verloren, ganz zu schweigen von möglichen Konvertierungsfehlern. In unserem oben beschriebenen Fall ist es ist also für eine wenig fehleranfällige und zeitsparende sowie gleichzeitig nutzerorientierte Lösung nicht damit getan, dem Ableser einen Laptop mit Zugriff auf die Zählerverwaltung zu geben. Doch wie sähe eine smarte Lösung aus?

Smarte Geschäftsanwendungen sind dadurch geprägt, dass sie die tatsächlichen Arbeitsabläufe der Zielgruppen in den Mittelpunkt stellen. Um diese zu ermitteln wird eine Prozessanalyse vor die Entwicklung gestellt. Basierend darauf werden eigenständige Front-Ends designt, die ihrerseits modular kombiniert werden können und ihre Daten über eine dünne Serviceschicht abfragen. Der Nutzer verwendet also eine Software die direkt auf seine Arbeit zugeschnitten ist. Man erhöht der Nutzerkomfort, minimiert somit die Menge an möglichen Fehlerstellen und verkleinert im selben Zuge den notwendigen Einarbeitungsaufwand.

Ein solches Verfahren hat die Saxonia Systems AG auf das Beispielszenario angewendet. Dabei ist mit der „Utilities Meter App“ eine Anwendung entstanden, die zusätzlich Routen aufbereitet und diese in einer Karte anzeigt, sowie Eingaben validiert. Diese App ist bewusst kompakt gehalten. Dadurch ist sie nicht nur komfortabler nutzbar, sondern konnte auch vergleichsweise schnell realisiert werden. Eine zielgerichtete und vor allem nutzerorientierte Analyse kann somit direkt den Entwicklungs- und Wartungsaufwand verringern. Die technischen Grundlagen für solche smarten Business Apps existieren mit modernen Front-End Frameworks bereits und auch das Anbinden komplexer Backend-Strukturen ist dank etablierter Architekturansätze kein Problem. Dank des „Bypassings“, also dem Bypass für große monolithische oder auch komplexe Geschäftsanwendungen, können hierbei selbst unflexible Strukturen gebändigt werden, indem man jene um Adapter für die Applikation erweitert.

Saxonia Systems und Process Consulting konnten hier bereits viele anwenderorientierte Fallbeispiele gemeinsam lösen und sind im Rahmen der Digitalisierung auch aktuell entlang der Wertschöpfungskette tätig.