Process blickt hinter die Kulissen im Silicon Valley

Interview mit Karsten Beyer (COO Data Virtuality) zu Digitalisierungstrends in Europa und den USA

28. März 2017 Digitalisierung, Agiles Management Markus Kohn und Karsten Beyer (COO Data Virtuality)


Die Digitalisierung ist ein Thema, das wir bei unseren Kunden aktuell vor allem von der strategischen Seite begleiten dürfen: Was ist das eigentlich? Welche Themenfelder sind betroffen? Wo steht mein Unternehmen in Bezug auf das, wo ich mich strategisch auch digital ausrichten möchte? Gibt es Chancen in der Digitalisierung, die das Business ankurbeln können? So ist die digitale Landkarte von Process Consulting ein ideales Instrument, um sich hier eine Ordnungsstruktur für eine solche Strategiephase und auch deren Umsetzung zu schaffen. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Sehr gut nutzbar ist diese Struktur auch, um den Ideenprozess bei den Mitarbeitern anzukurbeln oder gar am Laufen zu halten. Haben Sie schon einmal daran gedacht, „digitale Wochen“ zu gestalten und Ihre Mitarbeiter jede Woche in eine andere Welt der Digitalisierung zu nehmen: die „Welt der digitalen Kultur“, die „Welt der Virtual Reality“ usw.

Aber sind das nur Themen, die wir hier in Deutschland, respektive Europa haben? Müssen wir uns an den USA, dem Silicon Valley, orientieren? Process hat nachgefragt..direkt am Ursprung im Silicon Valley:

Interview mit Karsten Beyer

Karsten Beyer ist COO von DataVirtuality und lebt seit 3 Jahren in San Francisco, von wo er das globale Wachstum des Big Data Unternehmens leitet. Zuvor hat er als Venture Capitalist für einen 60 Millionen Euro Fonds in Internet und Softwareunternehmen in Deutschland investiert.

1. Welche Leistung erbringt Data Virtuality für ihre Kunden? 

Wir helfen Unternehmen bei der Digitalisierung durch ganzheitliche Datenintegration. DataVirtuality ist eine Software-Lösung, die als zentrale Datendrehscheibe agiert. Wir ermöglichen unseren Kunden sämtliche Datenquellen von klassischen Datenbanken bis zu Web Services in Minuten zu integrieren und die Daten für die Analyse mit Business Intelligence Tools vorzubereiten. Digitale Unternehmen, wie Home24, Billiger-Mietwagen.de, Audi oder Pro7Sat1 führen ihre Daten schnell und effizient mit DataVirtuality zusammen. Bei unseren Kunden werden wir für die Zusammenführung von Datensilos eingesetzt, aber auch beispielsweise im Marketing für das Steuern von Kampagnen auf Basis von Echtzeitdaten.

2. Wo sehen Sie aktuelle Markttrends im Rahmen der Digitalisierung aus der Sicht des Silicon Valley?

Digitalisierung ist ein extrem weiter Begriff, der vor allem aus Deutschland kommt und im Silicon Valley so nicht verwendet wird. Wir verstehen unter Digitalisierung im ersten Schritt die datengetriebene Steuerung und im zweiten Schritt die datenbasierte Automatisierung von Prozessen.

Im Rahmen der datengetriebenen Steuerung ist ein großer Trend, dass Unternehmen Mitarbeitern Zugang zu (umfassenden) Informationen geben. Hier ist das Stichwort Business Intelligence und die Philosophie, dass jeder Mitarbeiter mit einer umfangreichen Datenbasis ausgestattet wird, damit dieser für das Unternehmen die beste Entscheidung in seiner täglichen Arbeit treffen kann. Dafür werden modernste Business Intelligence Lösungen wie Tableau, Looker oder Mode Analytics verwendet, für die DataVirtuality die Daten bereitstellt. Firmen im Silicon Valley sind hier schon sehr weit und es ist Standard, dass Mitarbeiter eigene Analysen auf einer einheitlichen unternehmensweiten Datenbasis erstellen.

Im zweiten Schritt der Digitalisierung, der datenbasierten Automation, befindet sich das Top-Quartil der Firmen im Silicon Valley. Technologische Top-Firmen, wie Uber, automatisieren Arbeitsabläufe auf Basis von Daten. Wenn mein Uber Fahrer beispielsweise eine falsche Ausfahrt genommen hat und ich zu viel Geld für meine Fahrt bezahlt habe, kann ich mit einem Klick in der Uber App den Kaufpreis automatisch neu-berechnen und erstatten lassen - ohne jegliche Intervention eines Mitarbeiters.

3. Wie nehmen Sie die Trends an verschiedenen Märkten wahr bzw. wie gehen Unternehmen mit den entsprechenden Trends um?

In der Digitalisierung ist das Commitment des Top-Managements essenziell. Viele Unternehmen werden gezwungen sein ihre Arbeitsweise umzustellen und Bereiche aufzubauen und in diese zu investieren, die es vorher nicht gab. Es wird in jedem Unternehmen Business Intelligence Abteilungen und Stellen, wie Business Intelligence Analysts, geben. Unternehmen, die meinen ohne auszukommen oder den traditionellen Weg weiter gehen zu können, wird es bald nicht mehr geben. Die Daten-Revolution des 21. Jh ist im vollen Gange.