MsbG - Implikationen für die Energiewirtschaft

31. August 2016 Blog, Neue Organisation, Prozesse Oliver Hoffmann


Anforderungen des MsbG – Interims- vs. Zielmodell

Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende und insbesondere dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ergeben sich in der Energieversorgung einige Anpassungen, die von den Unternehmen umzusetzen sind. Die Rahmenbedingungen sind in den jeweiligen Verbänden in Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) und Edi@Energy erarbeitet worden.

Roll-Out und Dispositionsmanagement

Gerade die Verteilnetzbetreiber werden beim Roll-Out der intelligenten Messsysteme vor große Herausforderungen gestellt. Hier geht es nicht allein um die Materialbestellung und Dispositionsplanung. Auch und vor allem die Integration in bestehende IT-Landschaften und Prozesse und die Kommunikation mit dem Anschlussnutzer müssen betrachtet werden.

Umbauten im Stammdatenmodell

Durch die Einführung der Markt- und Messlokation werden nicht nur neue Begriffe in der Energiewirtschaft eingeführt. Für die Stammdatenmodelle der Energieversorger in ihren Systemen ergeben sich dadurch Konsequenzen, die durch starke Abhängigkeiten gekennzeichnet sind. Umbauten im Stammdatenmodell sind immer eine Herausforderung und müssen aus dem Blickwinkel von Prozessen und Entwicklungen im System betrachtet werden.

Anpassung der Marktprozesse

Mit der Umsetzung des MsbG werden auch neue Prozesse im Markt eingeführt. Diese dienen der Kommunikation des Umbaus, der Abrechnung oder der Änderung des Bilanzierungsverfahrens. Auch hier gilt es diese Anforderungen umzusetzen und in die bestehenden Prozesslandschaften zu integrieren.

Strategische Ausrichtung als wettbewerblicher MSB

Nicht zuletzt steht auch jedes Unternehmen im Energiemarkt vor der strategischen Entscheidung sich auch als wettbewerblicher MSB am Markt zu positionieren und diese Leistung evtl. auch anderen Unternehmen im Rahmen einer Dienstleistung zur Verfügung zu stellen oder sich in Kooperationen zusammenzufinden. Diese Entscheidung muss gesamtunternehmerisch beleuchtet werden, um Chancen und Risiken zu erkennen und sich bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.