Mobilität unter Strom

Elektromobilität startet durch - auch in Deutschland gewinnt sie an Bedeutung!

12. Oktober 2017 Blog, Produkte Andrea Menen


Großbritannien hat gerade verkündet, ab 2040 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen! Getrieben wird die Diskussion dort aufgrund der steigenden Umweltbelastungen in Städten. Auch in Deutschland gewinnt die Elektromobilität an Bedeutung.

Bereits 2011 gab es einen ersten größeren Hype um das Thema Elektromobilität. Die Bundesregierung veröffentlichte das „Regierungsprogramm Elektromobilität“ und gab erstmals das Ziel aus, bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen und Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu entwickeln. Mit dem 2015 in Kraft getretenen Elektromobilitätsgesetz (EmoG) wurde die Basis dafür geschaffen, Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr besondere Privilegien einzuräumen und so die Attraktivität der Fahrzeuge zu erhöhen. Von der Millionenmarke redet niemand mehr. Und trotzdem sind wir uns sicher, dass Elektromobilität in den nächsten Jahren eines der Top Themen sein wird. Die Elektromobilität erhält aus verschiedenen Richtungen einen Schub. Einerseits schreiten die technischen Entwicklungen schnell voran, andererseits setzen gesellschaftliche Veränderungen und der Klimaschutz wichtige Impulse.
Einige Länder haben sich bereits klar positioniert und setzen konsequent auf E-Mobilität.

Vorreiterrolle anderer Länder

Unter anderem Norwegen und China sind schon in den Startpositionen um die Vorreiterrollen bei der Elektromobilität zu besetzten. Norwegen setzt konsequent auf Elektromobilität, 2016 betrug der Marktanteil von Elektroautos dort bereits 30%. Möglich ist dies durch eine umfassende Förderung von E-Fahrzeugen durch Steuervorteile sowie kostenloses Laden und Parken. China hat sich das Ziel gesetzt Weltmarktführer im Bereich der Elektromobilität zu werden. Treiber ist hier die Smog-Problematik, mit der alle chinesischen Großstädte zu kämpfen haben. Die Anstrengungen in China sind auch für deutsche Autobauer relevant. China ist ein großer Absatzmarkt für deutsche Autohersteller, durch die dortige Förderung der E-mobility geraten sie unter Zugzwang, auch wenn es ihnen schwerfällt, sich vom Dieselmotor zu verabschieden. Trotzdem gibt es hierzulande bereits zahlreiche Kooperationen zwischen Unternehmen unterschiedlichster Branchen, um marktfähige Lösungen zu entwickeln und sich in diesem noch jungen Markt frühzeitig zu platzieren.

Klimaschutz & Nachhaltigkeit

Meldungen über zu hohe Feinstaubwerte, der weiter voran getriebene Ausbau erneuerbarer Energien, sowie die Anstrengungen zur Erreichung der Klimaziele zeigen, dass die Sensibilität für Umweltthemen stetig steigt. Insbesondere in Städten werden Lärm- und Feinstaubemissionen durch den Straßenverkehr zunehmend als Stressoren wahrgenommen. Häufigere Fahrverbote in Innenstädten werden immer wahrscheinlicher. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, wird es einerseits erforderlich sein, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen sowie die Fahrzeugflotte auf Elektromobilität umzustellen. Andererseits schaffen Elektrofahrzeuge selbstverständlich auch im Individualverkehr Entlastung. In Kombination ergibt sich ein Stadtverkehr, der klimafreundlich ist ohne das Mobilitätsbedürfnis einzuschränken.

Im Rahmen der Energiewende und den dadurch entstehenden Herausforderungen für die Netzstabilität, könnten Elektrofahrzeuge als Energiespeicher genutzt werden, um Schwankungen auszugleichen. Erste konkrete Projekte hierzu gibt es bereits.

Technologische Weiterentwicklung

Reichweite – Kosten – Ladeinfrastruktur – das waren die größten Hemmnisse für die Elektromobilität. Die Preise für Energiespeicher, die den größten Kostenfaktor bei der Herstellung von Elektroautos darstellen, sind von 2011 bis 2016 um 80% gesunken, so dass in absehbarer Zeit mit einer Angleichung der Preise von Elektro- und Benzinfahrzeugen zu rechnen ist. Zudem erhöht sich die Reichweite enorm und es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2025 eine Batterieladung bereits eine Reichweite von 1.000 km haben wird.

Auch im Bereich der Ladeinfrastruktur geht die Entwicklung rasant voran. Die Tank & Rast GmbH wird an allen ihrer Raststätten Schnellladesäulen installieren, zusätzlich wurde ein Förderprogramm aufgelegt, um den Ausbau des Ladesäulennetzes weiter voran zu treiben. Europaweit gibt es Kooperationen zwischen Energiekonzernen, Ladesäulenherstellern und Fahrzeugherstellern zum Ausbau der Ladeinfrastruktur. Auch wenn zur Zeit noch 80 % der weltweiten Ladesäulen in China stehen, wird Europa in den nächsten Jahren aufholen.

Neben dem Ausbau von Schnellladesäulen entlang von Fernstraßen, die eine Mobilität bei Langstrecken sichern, wird intensiv über Konzepte für Ladestationen im urbanen Raum nachgedacht. Betriebsparkplätze, Park&Ride-Plätze, Parkhäuser oder Supermarktparkplätze dienen als zentral gelegene Lademöglichkeiten und nutzen dem Umstand, dass ein Großteil der Autos tagsüber längere Zeit ungenutzt an einem Ort steht. Aber auch die Nutzung von Laternenmasten als Ladesäulen ist eine gangbare Option. Hier ist der Vorteil, dass Laternenmasten dezentral zur Verfügung stehen und lediglich aufgerüstet werden müssten und so die Lademöglichkeiten vervielfachen könnten.

Aber nicht nur für Elektroautos werden weitere Lademöglichkeiten geschaffen. Auch für Elektrofahrräder soll es vermehrt öffentliche Lademöglichkeiten geben. Ob das nun an Bahnhöfen, öffentlichen Fahrradständern oder touristisch interessanten Orten ist. Auch hier soll es die Möglichkeit geben, das Fahrrad im öffentlichen Raum während der nutzungsfreien Zeit zu laden.

Eine weitere Herausforderung für Ladesäulenbetreiber ist zurzeit noch die Energieabrechnung. Teilweise wird der Strom kostenlos abgegeben, oder bestimmte Ladesäulenhersteller haben eigene Ladekarten, für die man sich jeweils separat registrieren muss. Die Abrechnung erfolgt teilweise nicht bezogen auf die entnommene Energiemenge, sondern je Zeiteinheit. Hierdurch werden langsam ladende Fahrzeuge benachteiligt und der Preis steht in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Energiekosten. Aber auch hier tut sich etwas. Es soll ein übergreifendes europaweites Bezahlsystem geben, das mehrere Zahlungsarten zulässt, so dass Fahrer von Elektroautos zukünftig jede Ladesäule anfahren können. Das Laden an öffentlichen Ladesäulen soll zukünftig intuitiv und anbieterübergreifend möglich sein.

Wir sind eine Mobilitätsnation

Das Auto ist für immer mehr junge Leute nicht mehr das Statussymbol, das es einmal war. Deutschland entwickelt sich von der Autonation zur Mobilitätsnation. Vor allem in Ballungsräumen ist der Besitz eines Autos ist nicht mehr so wichtig wie noch vor einigen Jahren, wichtiger ist es, mobil zu sein und das mit dem Verkehrsmittel, das für den aktuellen Zweck am besten geeignet ist. Unterstützt werden kann die individuelle Mobilitätsplanung mit einem digitalen Mobilitätsassistenten. Was sich zunächst wie ein Hilfsangebot für Senioren anhört, ist eine App, die je nach Tagesplanung, Terminen, Präferenzen und Verkehrssituation Empfehlungen für die Mobilitätsplanung gibt. In ersten Pilotprojekten konnten die Nutzer dieses Dienstes die Anzahl der Wege, die Fahrtzeiten und die Streckenlänge spürbar reduzieren. Mobilität ist ein selbständiges Gut geworden. Der Mix verschiedener Verkehrsmittel, je nach aktuellem Bedarf wird die Zukunft sein. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Berufsverkehr den Stau umgehen, über Bike- oder Carsharing ein E-Bike leihen oder für längere Strecken ein Elektroauto. Durch vernetze Verkehrsmittel wird diese Art der Mobilität immer flexibler und benutzerfreundlicher. Intermodalität ist jetzt schon das neue Leitbild im Stadtverkehr und Elektrofahrzeuge leisten bereits heute einen Beitrag.

Fazit

Die Hemmnisse werden also nach und nach beseitigt und die gesellschaftlichen Veränderungen bieten gute Voraussetzungen für den baldigen Durchbruch der Elektromobilität. Die Kombination der Anstrengungen der öffentlichen Hand, der Automobilindustrie sowie kleiner innovativer Unternehmen sorgen für einen starken Entwicklungsschub. Jetzt wird es vor allem darum gehen die Verbraucher zu informieren und die Elektromobilität als einen wichtigen Baustein unserer zukünftigen Mobilität zu promoten.

Die Elektromobilität hat Fahrt aufgenommen und ist nicht mehr aufzuhalten. Wir alle werden uns mit dem Thema beschäftigen müssen und überlegen, welche Möglichkeiten wir in diesem Markt sehen. Wie werden Sie sich positionieren? Der Beratungsbedarf unserer Kunden zeigt uns, dass Elektromobilität an vielen Stellen vorangetrieben wird. Wir unterstützen auch Sie gerne bei der Entwicklung passender Konzepte.