Interview mit unserem Praktikanten bei HOPE

Konstantin spricht über seine Motive für Hope zu arbeiten und die Herausforderungen vor Ort.

19. September 2017 Blog Claudia Holzkämper


Die Unterstützung von HOPE Cape Town ist für Process Consulting Herzenssache. Unser Praktikant Konstantin Fettweis ist für 8 Monate bei HOPE in Kapstadt. Hier spricht er über seine Motive für HOPE Cape Town als Praktikant zu arbeiten und über seine täglichen Herausforderungen.

 1. Frage: Konstantin, Du bist jetzt bereits seit Februar 2017 in Kapstadt für HOPE Cape Town tätig. Was hat Dich motiviert nach Südafrika und zu HOPE zu gehen?

Antwort:

Ich wurde schon in der Schulzeit, aufgrund meiner Unterrichtsfachwahl, an das Thema Entwicklungshilfe herangeführt und wusste mit dem Abschluss meines Abiturs einiges darüber. Zusätzlich hat mich die Idee praktisch zu arbeiten und das im Unterricht behandelte Thema mal in Bild und Farbe zu sehen sehr gereizt. Ein Teil meiner Abschlussprüfungen beinhaltete die Thematik Entwicklungshilfe und das diese unterschiedlich gut am Zielort aufgenommen bzw. durchgeführt wird. Durch meinen Patenonkel kam ich dann schließlich auf Südafrika und HOPE Cape Town. Da die Werte, die HOPE vertritt, und die damit beinhaltete Hilfe zur Selbsthilfe mir als Gesamtkonzept gut gefällt, habe ich mich entschieden nach Kapstadt zu gehen.

2. Frage: Wie kann man den Auftrag von HOPE Cape Town kurz beschreiben?

Antwort:

Die Mission von HOPE Cape Town ist,  bestrebt zu sein, die Lebensqualität und das volle Potenzial von Kindern und Familien, die von HIV/AIDS und verwandten Krankheiten betroffen sind, durch seine Arbeit in der Provinz Western Cape, Südafrika zu verbessern.

3. Frage: Was steht genau im Fokus der Arbeit von HOPE?

Antwort:

Im Fokus stehen dabei die soziale Unterstützung für Kinder & deren Familien, die medizinische Forschung & klinische Arbeit sowie das Bewusstsein, Vorbeugung, Aus- und Weiterbildung zu HIV/AIDS und verwandten Krankheiten. Dabei ist es wichtig überprüfbare Erfolge durch kontinuierliche Überwachung und Auswertung zu schaffen, stabile nationale und internationale Partnerschaften zu knüpfen, staatliche Einrichtungen und andere Hilfsorganisationen zu schulen.

4. Frage: Kannst Du noch etwas mehr zu HOPE und Deiner Arbeit vor Ort berichten?

Antwort:

HOPE hilft Menschen und Familien, die direkt oder indirekt von HIV/AIDS und verwandten Krankheiten betroffen sind. Somit sind die Aufgabenbereiche weit gefächert. Es fängt an mit der Arbeit in einem Kindergarten, der in einem Gemeinschaftsprojekt von HOPE in einer Problemregion angesiedelt wurde, um die Bildung der zukünftigen Generation zu garantieren. Darüber hinaus arbeite ich im Tygerberg Hospital in Bellville in der Kinderbetreuung auf einer Kinderstation, die sich auf die Bekämpfung des HIV Virus im Mutterleib und nach der Geburt spezialisiert hat. HOPE hilft den betroffenen Müttern und Kindern nicht nur bis zur Türschwelle des Krankenhauses, sondern bietet, durch speziell ausgebildete Fachkräfte aus der Gemeinschaft, Hilfe bis in die eigenen vier Wände, denn Kontinuität und ständige Beratung ist notwendig in der Bekämpfung von HIV/AIDS

5. Frage: Wie nehmen die Kinder Deine Aktivitäten an, was sind die größten täglichen Herausforderungen für Dich?

Antwort:

Speziell die Kinder zeigen eine immense Dankbarkeit und Zuneigung, natürlich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase. Es sind die Momente in denen man im Kindergarten ankommt und fünf Kinder rennen auf dich zu, rufen deinen Namen und fallen dir in die Arme, aus denen man seine Kraft zieht, um zu verarbeiten was für dramatische Schicksale hinter jedem einzelnen Lächeln stecken. Das ist meiner Meinung nach die größte Herausforderung an meiner ganzen Arbeit.

6. Frage: Was hast Du für Dich persönlich vor allem in Deiner Zeit in Südafrika gelernt?

Antwort:

Das Erste was mir in Südafrika bewusst geworden ist, wie viel Glück ich hatte in die Umstände geboren zu sein, in die ich geboren wurde und dadurch habe ich erst richtig zu schätzen gelernt, was ich habe und was ich durch das Zutun meiner Familie geworden bin. Zusätzlich habe ich einiges an Selbständigkeit zugelegt, da ich hier mehr oder weniger auf mich alleine gestellt bin. Nicht alles mit deutschen Maßstäben zu messen ist auch eines der Dinge, die ich hier in der ersten Zeit in Südafrika mitnehmen konnte.

7. Frage: Du hast 3 Wünsche für die Menschen, denen HOPE Cape Town hilft, frei, welche wären das?

Antwort:

1: Geld, für eine gesunde Grundernährung der Kinder und gute Lebensbedingungen

2: Zeit, in der sich die Kinder sorgenfrei über ihre Bildung und Zukunft Gedanken machen
    können, ohne jeden Tag ums Überleben kämpfen zu müssen.

3: Eine bessere Regierung um all das Möglich zu machen

8. Frage: Was möchtest Du im Anschluss studieren und kannst Du für Dein Studium etwas von Deiner Arbeit bei HOPE Cape Town mitnehmen?

Antwort:

Ich möchte schon seit einigen Jahren gerne Medizin studieren und würde dafür gerne in die Niederlande ziehen. Dazu kann ich meine momentane Arbeit bei HOPE gut als praktische Erfahrung verwenden. Ich habe mich hier mit einigen Medizinstudenten unterhalten, die gerade auch in dem Tygerberg Hospital arbeiten und es kommen viele Studenten aus aller Welt hierher, um genau die Problematik, die sie theoretisch im Studium lernen, in der Praxis am speziellen Fallbeispiel Südafrika anzuwenden.