Bonga Zantsi - unser HOPE Community Health Worker

Ein Report über das Leben und Wirken von Bonga Zantsi in Wallacedene.

28. Dezember 2017 Blog Claudia Holzkämper


BONGA ZANTSI
Bonga Zantsi arbeitet als HOPE Cape Town Gesundheitsarbeiter in Wallacedene. Die Rolle der Gesundheitsarbeiter in den Kliniken ist, das Klinik-Personal mit Fachwissen, einschließlich HIV/AIDS-Beratung, zu unterstützen, Selbsthilfegruppen aufzubauen und die Vernetzung innerhalb und außerhalb der Kliniken auszubauen.
Bonga Zantsi arbeitet seit Juli 2007 als Gesundheitsarbeiter für HOPE Cape Town. Ursprünglich stammt er aus dem Ost-Kap und hat sich schon immer für die Arbeit mit kranken Leuten interessiert. Bonga lebt nun in Wallacedene und arbeitet schon seit 2002 als freiwilliger Helfer in der Wallacedene Klinik, zuerst als Gruppenberater und später als Patientenbetreuer mit der Verantwortung, HIV-Patienten zu beraten und die Medikamenteneinnahme zu kontrollieren. Von 2004 bis 2007 arbeitete Bonga als wissenschaftliche Hilfskraft auf dem Gebiet HIV/ AIDS und Tuberkulose.
Bonga ist verheiratet und hat 4 Kinder und engagiert sich sind seiner Freizeit sozial und in seiner Kirchengemeinde.

ECKPUNKTE
Die HOPE Gesundheitsarbeiter sind das Herzstück von HOPE Cape Town. Sie leben in den Gemeinden, wo sie auch arbeiten und werden nach einem Kriterienkatalog ausgesucht, der u. a. nach Reife, Verwurzelung mit den lokalen Menschen und Einsatzfreude schaut.
Eine formale medizinische Ausbildung ist keine Voraussetzung. Mit der offiziellen Genehmigung der  Provinzregierung und der städtischen Gesundheitsbehörden werden diese HOPE Cape Town Gesundheitsarbeiter ausgebildet, um im Bereich HIV/AIDS/Tuberkulose-Beratung, Unterstützung in allen Fragen der Medikamenteneinnahme, Familienbesuche, Weiterleitung an soziale Einrichtungen, Unterstützung durch Lebensmittelpakete und andere Maßnahmen zu leisten.
In den Tageskliniken der Township-Gemeinden, die sehr oft auch an Personalmangel leiden, sind die HOPE Cape Town  Gesundheitsarbeiter als verantwortungsbewusste Kollegen geschätzt. Sie werden in den Gemeinden respektiert und geachtet.

WALLACEDENE
Wallacedene liegt ca. 40 km von Kapstadt entfernt und beherbergt zwischen 86.000 und 165.000 Einwohner, hauptsächlich farbige und schwarze Menschen. Die Geschichte von Wallacedene ist typisch für ein südafrikanisches Township. Anfang der 80er Jahre besetzten etwa zwanzig Familien das heutige Gemeindegebiet. Nach Jahren, bestehend aus Unruhen zwischen den Bewohnern und der Regierung wurde den Familien 1990 das Recht eingeräumt, das Gebiet zu bewohnen. 85% der Behausungen sind auch heute noch Hütten, in denen manchmal bis zu 15 Menschen leben. Die meisten der Hütten haben eine Stromversorgung, die jedoch eher von fraglicher Qualität ist. Sanitäre Anlagen werden zwischen mehreren Behausungen geteilt. Neben diesen Problemen sind oft extreme Armut und eine hohe Schulabbrecher-Rate ein weitere Herausforderungen in Wallacedene.
Die Gemeinde hat dreizehn Kindergärten, zwei Grundschulen und eine High School. Probleme wie Drogen, Prostitution und Alkoholmissbrauch reduzieren jedoch die Absolventenquote.

WALLACEDENE KLINIK
Die Wallacedene Klinik befindet sich an der Ecke der Labohemand Peterson Street in Abschnitt 14 und behandelt Kinder bis zu 12 Jahren. Die Klinik ist der erste Anlaufpunkt für die medizinische Betreuung und arbeitet montags bis freitags von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr. Es werden monatlich zwischen 8.000 und 10.000 Patienten behandelt. Es werden Impfungen, Tuberkulosetests, freiwillige HIV-Tests und Beratungen durchgeführt. Das Klinik-Team besteht aus vier Krankenschwestern, zwei Assistenz-Krankenschwestern und einem Teilzeit-Tuberkulosearzt. Neben HOPE Cape Town sind auch noch einige wenige andere Hilfsorganisationen in der Wallacedene Klinik tätig.

ALLTAG
Bongas Hauptaufgaben in der Klinik in Wallacedene bestehen aus:

  • Unterstützung bei der Behandlung von HIV positiven Patienten, Beratung und Kontrolle der Einnahme der Medikation
  • Arbeit im TB-Raum: Tuberkulose Auswurf testen & Patientenaufklärung, Empfehlung für freiwillige Beratung und Tests, wenn eine HIV-Co-Infektion vermutet wird, Unterstützung der Krankenschwestern bei der Ausgabe der TB-Medikamente, Einhaltung der Einnahme und Beratung der Patienten
  • An der Rezeption helfen: Anlegen und Pflegen der Patientenkartei, Ablage von Befunden
  • Hausbesuche bei Patienten, um die Einnahmetreue der Medikament zu kontrollieren, beraten in allen Lebenslagen, an Klinikbesuche erinnern.

ERFOLGSGESCHICHTE
Bonga: „Eines Tages kam eine Mutter mit ihrem vier Monate alten Kind in die Klinik. Sie war HIV-positiv und in den letzten Wochen sehr krank. Sie wollte nicht mit einem Arzt sprechen, daher bat ich sie zu einem Gespräch. Während des Gespräches fand ich heraus, dass sie und ihr Kind in Behandlung waren, aber aus kulturellen Gründen, hatte sie mit der Medikamenteneinnahme aufgehört. In ihrer Kultur glaubt man, dass die traditionellen Heiler auch diese Krankheiten heilen können und dass die moderne Medizin in diesen Heilungsprozess negativ eingreifen würde. Ich erklärte ihr wie man sich mit HIV anstecken kann und dass die traditionellen Heiler leider keine Mittel gegen das Virus haben und dass sie ein fast normales Leben kann, wenn sie regelmäßig ihre Medikamente einnehmen würde. Ich erzählte ihr auch, dass sie gesund werden müsse, um sich um ihr Kind kümmern zu können. Ich blieb in engem Kontakt mit der Mutter und besuchte sie sogar zu Hause. Sie und ihr Kind kommen nun regelmäßig in Klinik, beide sind wieder in Behandlung und es geht ihnen wieder gut!“