Beispiele aus einer digitalen Welt

12. September 2016 Digitalisierung Andrea Menen


Wenn von Digitalisierung die Rede ist, scheint es, dass jeder etwas Anderes darunter versteht. Oft fällt es schwer, die abstrakten Konzepte auf die eigene Lebenswelt zu übertragen und wirklich zu erfassen, wie Digitalisierung unsere Lebens- und Arbeitswelt verändern kann und wird.

Verbindung von virtueller und realer Welt

Ein sehr greifbares Beispiel für die Verbindung von realer und digitaler Welt kann man derzeit überall erleben. Kleine niedliche Monster wollen auf öffentlicher Straße und in öffentlichen Lokalen und Geschäften eingesammelt werden. Nur durch das Auge des Smartphones sichtbar, dringen die kleinen Wesen in unsere reelle Umgebung ein. Pokémon Go hat einen kleinen Hype ausgelöst.

Lernende Algorithmen in der Medizin

Durch eine computergestützte Analyse basierend auf Big Data, Bilderkennung und lernenden Algorithmen, werden Ärzte bei der Identifikation von krankhaftem Gewebe auf Thomographiebildern unterstützt. Das System erkennt Anomalien in Bruchteilen von Sekunden und vergleicht die Bilder mit einer umfassenden Datenbank.

Predictive Maintenance

Mit Sensoren versehene Maschinen, Motoren und kritische Bauteile schicken laufend Zustandsdaten an ein System. Aufgrund von Erfahrungswerten und Verhaltensmustern können Fehler und Ausfälle frühzeitig erkannt und so behoben werden, bevor ein größerer Schaden entsteht. Ausfallzeiten und Fehlproduktionen werden reduziert.

Augmented Reality

Augmented Reality (AR), also die Anreicherung der Realität mit zusätzlichen Informationen, wird zum Beispiel bei der Wartung und Reparatur von Maschinen verwendet. Über eine AR-Brille werden dem Arbeiter die durchzuführenden Arbeitsschritte angezeigt und der Arbeitsablauf sprachgesteuert unterstützt.

Intralogistics 4.0

Produkte in Regalsystemen melden sich durch ein Signal bei fahrerlosen Transportern und teilen ihnen mit, wann und wo sie abgeliefert werden müssen. Der klassische Job des Lageristen wird komplett auf den Kopf gestellt: zum Teil ersetzt, zum Teil in der Steuerung der virtuellen Regalwelt hinsichtlich seiner Anforderungen an know-how komplett verändert.

Big Data im Waschraum

Besucherzahlen, Wassernutzung, Füllstände von Seife und Papiertüchern werden laufend registriert. Die erhobenen Daten vereinfachen Arbeitsabläufe in der Logistik und bei den Servicekräften.

Die smarte Wasserleitung

Sensoren in und an Wasserrohren messen Durchfluss, Druck, Leitfähigkeit, Trübung und Chlorgehalt und lassen so Rückschlüsse auf Beschaffenheit der Rohre und eventuelle Lecks zu.

Das Ende der Parkplatzsuche

Die Einparkautomatik sorgt bereits dafür, dass Einparken zum Kinderspiel wird. Die freie Parklücke muss jedoch erst einmal gefunden werden. Zukünftig könnten Sensoren an Straßenlaternen und Gebäuden diese lästige Suche übernehmen, freie Parkplätze registrieren und an smarte Autos melden.

Ob es nun darum geht bestehende Geschäftsmodelle zu digitalisieren, wie bei Pokémon Go, oder Infrastruktur mit zusätzlichen Funktionen auszustatten, wie mit der Sensorentechnik oder durch Augmented Reality -  Die Beispiele zeigen deutlich, dass die Digitalisierung weite Bereiche unseres Lebens verändern wird. Sowohl einfache Tätigkeiten, wie im Bereich der Logistik, als auch komplexe Aufgaben, wie in der Medizin, können durch digitale Systeme ersetzt werden.

Die Beispiele zeigen aber auch, dass es nicht immer um die Entstehung komplett neuer Geschäftsmodelle gehen muss, wenn von Digitalisierung die Rede ist. Die Veränderung ist nicht immer revolutionär. Häufig handelt es sich um einen Zusatznutzen oder eine Effizienzsteigerung entlang der bestehenden Wertschöpfungskette. Um die kleinen Veränderungen, die nach außen oder nach innen gerichtet einen großen Zusatznutzen für unsere Kunden oder unsere internen Prozesse liefern. Stellen Sie sich doch einfach mal die Frage, welchen Nutzen die einzelnen Technologien für die Prozesse entlang Ihrer Wertschöpfungskette haben. Welche Möglichkeiten bieten sich durch AR im Marketing oder in der Montage? An welchen Stellen kann ich Big Data oder Sensorentechnik einsetzen um bestehende Prozesse auf eine neue Ebene zu heben? Gibt es Elemente aus der Lagertechnik, die ich für mich verwenden kann? Welche pain points kann ich durch neue Technologien reduzieren?

Um diese Überlegungen konsequent weiterzuführen, ist ein interner Prozess erforderlich, der genau dieses Querdenken zulässt und fördert. Der eine Brücke zwischen den neuen Technologien und dem bestehenden Geschäftsmodell baut. Es müssen Freiräume entstehen, in denen neue Ideen entwickelt und platziert werden können. Insbesondere agile Methodiken bieten sich hierbei aufgrund ihrer Flexibilität an. So könnte zum Beispiel ein iterativer Prozess zur Ideengenerierung und -evaluierung gestartet werden, der immer wieder Ansatzpunkte für die Digitalisierung der Geschäftsprozesse hervorbringt und in einen Umsetzungsprozess übergibt.

Worauf waren Sie noch? Machen Sie sich auf den Weg in die digitale Welt. Wir begleiten Sie gerne auf dieser Reise und den damit verbundenen Veränderungsprozessen.